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Nachwuchs überzeugt beim Heimwettkampf

 
Ludwig Stuffer, Münchner Merkur

Ein sportliches Groß-Event wie das Bayern-Top-Meeting auszutragen, ist in der aktuellen Situation nicht einfach. Mit viel Aufwand und Akribie ist dem SV Germering aber genau das gelungen. Der Rahmen für sportliche Spitzenleistungen war trotz aller Zusatz-Regeln gegeben.

Die gute Stimmung der Sportler und die Freude an der Leichtathletik kann offensichtlich auch keine Corona-Pandemie stoppen, denn am Samstag lief alles so richtig glatt für die Veranstalter der Leichtathletik-Abteilung vom SV Germering und die Starter aus Bayern und Baden-Württemberg.

Stolze 332 Teilnehmer aus 69 Vereinen kamen über den ganzen Tag ins Stadion, um auf die Jagd nach neuen Bestmarken zu gehen. Dies war wichtig, denn die neuesten Corona-Richtlinien schreiben vor, dass nicht alle Athleten auf einmal auf dem Areal sein dürfen. „Deshalb haben wir den Zeitplan auch so gelegt, dass die Athleten das Stadion nach ihren Wettbewerben verlassen mussten und damit nie zu viele Sportler da waren“, sagt Gerhard Maurer, Leichtathletik-Abteilungsleiter vom SV Germering.

Auch am Samstag war seine große Vereinsmannschaft wieder ein perfekter Ausrichter, der nur für zufriedene Gesichter bei den  Teilnehmern sorgte. Corona hatte schon im Vorfeld der Saison die Planungen komplett durcheinander geworfen. Das Meeting hätte bereits Anfang Mai stattfinden sollen und am Samstag wären stattdessen die Oberbayerischen Blockmehrkampf-Meisterschaften der Jugend U14 in Germering gewesen. Doch es kam anders, wie Maurer erzählt: „Der Bayerische Leichtathletik-Verband kam in den letzten Wochen auf uns zu, dass wir doch bitte eine Veranstaltung machen sollten, um den Athleten eine Startmöglichkeit zu geben.“ Praktischerweise wollte der Verein auch seinem eigenen Nachwuchs  eine Startmöglichkeit gewähren, ohne durch ganz Oberbayern auf einen Wettkampf reisen zu müssen.

Doch so ein Meeting in Zeiten von Corona zu organisieren, war eine sehr große Herausforderung für Gerhard Maurer und sein Team. „Fast im Wochentakt gab es Lockerungen. Die ermöglichten dann immer wieder neue Horizonte, um die ein oder andere
Disziplin durchführen zu können“, so Maurer. Sprintläufe durften ursprünglich nur mit einer Bahnbreite Abstand ausgeführt
werden. Doch diese Einschränkung wurde zurückgenommen. So viel musste an den eingespielten Abläufen schlussendlich gar nicht mehr geändert werden. In einigen Wettkämpfen gab es allerdings noch Teilnehmerbegrenzungen. „Zum Glück mussten wir allerdings niemandem wegen dieser Beschränkung absagen und die Gemeinde gab uns grünes Licht für die Durchführung
des Meetings“, erzählt der Leichtathletik-Chef, der den ganzen Tag über auch noch als Betreuer für den Nachwuchs fungierte.

Von ihrer besten Seite zeigten sich im heimischen Stadion  aber nicht nur die Organisatoren, sondern auch die Athleten vom SV Germering. Jakob Zimmer feierte im Weitsprung der Jugend M14 einen klaren Triumph mit seiner neuen persönlichen Bestleistung von 5,66 Meter. Er hatte am Ende klare 24 Zentimeter Vorsprung auf den Zweiten. Mit 44,28 Sekunden kämpfte sich Kurt Schambach als Dritter nach 300 Metern ins Ziel der Jugend M14. Gleich zwei Podestplätze sammelte Benedikt  Maurer in der Jugend M13: Nicht zu bezwingen war er zuerst im Weitsprung-Finale mit 5,14 Meter. Mit 10,01 Sekunden
spurtete er außerdem auf den dritten Rang im 75-Meter-Lauf. Ohne Konkurrenz ging der Sieg im U18-Kugelstoßen an Raffael Schemmel mit einer Weite von 6,14 Meter. Ronja Hinterding vom FC Puchheim schaffte es zweimal aufs Treppchen: Zweite wurde sie im U18-Kugelstoßen mit 11,82 Meter sowie Dritte im Diskus-Finale der Jugend U20 (32,84 Meter).

Starke Leistungen boten aber nicht nur die Landkreisathleten. Der mit 2,13 Meter aktuell größte Deutsche Kugelstoßer Christian Zimmermann vom Kirchheimer SC startet schon lange sehr gerne in Germering, zumal er hier schon oft persönliche Bestmarken schaffte. Mit 20,09 Meter wuchtete er diesmal die 7,26 Kilogramm-Männer-Kugel auf die aktuell zweitbeste Weite in Deutschland und zu einem neuen Germeringer Stadionrekord. Mit dieser Bayerischen Jahresbestleistung belegte er
auch in der Weltrangliste den 23. Platz sowie in Europa den 14. Rang. Im Diskuswurf siegte er ebenfalls mit national starken 59,38 Meter.

Die beiden besten Leistungen Bayerns im Frauen-Diskuswurf wurden in Germering von zwei Athletinnen von der LG Oberland/SG Hausham (Landkreis Miesbach) erzielt: Christina Stumböck siegte mit 45,46 Meter vor der Bayerischen Kugelstoß-Meisterin Sabrina Zeug mit 45,33 Meter. Zeug gewann später das Kugelstoßen mit 13,90 Meter. Die Tagesbestleistung im Weitsprung wurde von Michelle Frank vom FC Aschheim in der weiblichen Jugend U20 mit 5,68 Meter erzielt.


Weitere Ergebnisse

  • Männliche Jugend M18: Weitsprung: 5. Raffael Schemmel (SVG) 5,20;
  • Jugend M14: 100 Meter: 4. Jakob Zimmer (SVG) 12,51; 8. Benedikt Maurer (SVG) 13,08; 9. Kurt Schambach (SVG) 13,21; 10. Kilian Just (SVG) 14,04; Weitsprung: 8. Kurt Schambach 4,81; 9. Kilian Just 4,27; Kugelstoßen: 4. Kilian Just 5,45;
  • Jugend M13: 75 Meter: 8. Jannis Marklseder (SVG) 10,76; Kugelstoßen: 7. Benedikt Maurer 6,71; 8. Jannis Marklseder 5,80; 9. Simon Schmidlkofer (SVG) 5,23; Speerwurf: 8. Benedikt Maurer 26,46; 9. Simon Schmidlkofer 26,30;
  • Jugend W18: 400 Meter: 6. Letizia Heitmeir (SVG) 66,55; 10. Laura Meier (SVG) 69,46;
  • Jugend W15: Kugelstoßen: 9. Rebekka Steckermeier (SVG) 6,89.
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Er siegt und siegt: Der Germeringer Benedikt Maurer schaffte es gleich in zwei Disziplinen aufs Siegertreppchen. © Ludwig Stuffer
Sprung ins Glück: Jakob Zimmer vom SV Germering siegte im Weitsprung der U14. © Ludwig Stuffer
Zaungäste: Da auf dem Gelände selbst keine Zuschauer erlaubt waren, verfolgten Besucher die Wettkämpfe am Zaun. © Ludwig Stuffer