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Lena Dürr, ihre WM-Bilanz und das Finale in Andorra

 
Erstellt von JD

Nein, hervorragend sei ihr elfter Rang bei der Ski-Weltmeisterschaft in Are (Schweden) nicht gewesen. Aber „ganz in Ordnung“. Wieder daheim in Germering zog Lena Dürr dieses Fazit. Immerhin war sie damit Deutschlands Beste zwischen den Slalomstangen.

- Bericht vonPeter Loder, Münchner Merkur -

Nein, hervorragend sei ihr elfter Rang bei der Ski-Weltmeisterschaft in Are (Schweden) nicht gewesen. Aber „ganz in Ordnung“. Wieder daheim in Germering zog Lena Dürr dieses Fazit. Immerhin war sie damit Deutschlands Beste zwischen den Slalomstangen.

„Das Gefühl im Slalom kommt langsam zurück. Wir haben gut trainiert.“ Das hatte Lena Dürr gesagt, bevor sie nach Schweden geflogen ist. Nach der Rückkehr klingt ihre Bilanz sogar etwas enttäuscht, obwohl der 27-Jährigen so eine Platzierung nach den bisher eher dürftig verlaufenen Weltcup-Auftritten nur die wenigsten zugetraut hätten. ZDF-Experte Marco Büchel war deshalb ebenso angenehm überrascht von den sechs insgesamt in Are absolvierten Durchgängen wie die Lena-Fans auf deren Facebook-Seite. Trotzdem: „Es wäre mehr drin gewesen“, sagt die Germeringerin im Tagblatt-Gespräch, das sie gleich unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus Schweden geführt hat. Vor allem den ersten Slalomdurchgang fand sie nicht umwerfend. Dass sie am Ende dennoch beste Deutsche war, „ist zwar schön, aber rührt auch daher, dass Tina ausgeschieden ist“. Tina ist Teamkollegin Christina Geiger (Oberstdorf), die besser platziert als Dürr im zweiten Durchgang ausgeschieden war. Dass die Allgäuerin morgen beim City-Event in Oslo trotzdem den Vorzug gegenüber Dürr bekommt, liegt an den dafür fehlenden Weltcup-Punkten.

Dabei sind Parallel-Slaloms wie der in Oslo die Spezialität von Lena Dürr. In dieser Disziplin feierte sie 2013 in Moskau ihren ersten und bislang einzigen Weltcup-Sieg. Bundestrainer Jürgen Graller: „Lena ist eine prädestinierte Parallel-Skifahrerin. Sie kann das Format gut, das taugt ihr.“ Er weiß auch, woran das liegt: „Sie fährt mit ihrer tiefen Position im Parallel-Wettbewerb relativ cool. Im Slalom ist das extrem hinderlich, weil je länger der Lauf ist, desto tiefer wird sie. Sie bleibt nicht groß, das war in jedem Slalom heuer augenscheinlich.“ Und das unterstrich Lena Dürr auch beim Teamwettbewerb der WM, als sie maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die deutschen Kollegen Edelmetall vor Augen hatten – wäre da nicht die Disqualifikation des Münchners Linus Straßer gewesen.

Noch zwei Rennen stehen in dieser Saison im Kalender: Am 10. März in Tschechien und dann vier Tage später das erstmals in Andorra ausgetragene Weltcup-Finale der besten 30. Die Piste im kleinen Pyrenäen-Staat zwischen Frankreich und Spanien hat Lena Dürr schon etliche Male bei Europacup-Einsätzen bewältigt. Ihr Urteil: „Extrem anspruchsvoll.“

Danach und einer kurzen Urlaubsphase beginnt bereits die Vorbereitung auf die nächste Saison. Doch soweit will sie noch gar nicht denken: „Erst die Rennen ordentlich zu Ende bringen. Ende März werden wir dann sehen, was passiert.“ Normalerweise spielt sich dann das Sommertraining meist in Garmisch ab, weshalb sie dort seit geraumer Zeit ein Appartement bezogen hat. Dann wird sie sich auch wieder verstärkt dem Riesenslalom widmen. „Das war eigentlich schon heuer geplant.“ Weshalb sie im Sommer 2018 etliche Rennen im um diese Zeit winterlichen Neuseeland und Australien absolviert und gewonnen hatte.

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Zurück in der Spur: Lena Dürr war bei der Weltmeisterschaft beste deutsche Slalom-Spezialistin.© Angerer/DPA